Osama bin Laden ist tot – Niveaulimbo der Politiker

2
Mai

Osama bin Laden ist tot – Niveaulimbo der Politiker

so, dann mal alle Nacktscanner wieder abbauen, den Fingerabdruck aus den neuen Personalausweisen entfernen, die Vorratsdatenspeicherung löschen, den Lauschangriff aus den Gesetzbüchern streichen, die Geheimdienste zurückpfeifen und abbauen (ham die auch mal wieder richtige Arbeit), das Militär aus Afghanistan holen und das Budget wieder zurückfahren, Guantanamo und alle anderen illegalen Gefängnisse schließen, den Patriot Act begraben. Ach wird das jetzt alles schön wieder, oder nicht?

Der Terror war es doch, der in den letzten Jahren alles rechtfertigte. Bin Laden wollte man finden, vor Gericht bringen, wie es sich in Demokratien gehört (oder?) und ihm den Prozess machen. Haager Tribunal und Lebenslänglich, soviel wäre schon mal klar. In einer zivilisierten Gesellschaft, die der Welt aufzeigen möchte wie gut marktwirtschaftliche Prinzipien sind und Demokratie ein wichtiges Gut und ein zu erreichendes Ziel ist, gibt es das Recht und das Gesetzt und alle sind vor ihm gleich.

Die Medien tönen derzeit, der “Meistgesuchtester Verbrecher” ist Tot, dabei wurde Osama Bin Laden bis zuletzt noch nicht einmal vom FBI im Zusammenhang mit 9/11 gesucht, weil man dort eben keine Beweise für seine Beteiligung an den Anschlägen hat. Er wurde wegen seiner Beteiligung an den Anschlägen in Tansania und Kenia gesucht. Ob er  nun zum zweiten Mal schon gestorben ist oder ob überhaupt, lohnt es sich gar nicht zu diskutieren. Hier hat man aktuell seine Leiche gefunden, hier wird er schon auf See bestattet und hier ist er schon lange tot.

Demokratische Bürger haben das Recht auf Bildung und beschreiben damit den zivilisierten Menschen auf der Welt. So schrieben es doch weitaus alle Medien. GebetsmühlenArtig wird das nun seit 10 Jahren wiedergekäut. Während ich noch auf die geistigen Hohlheiten unserer Politiker warte, zeigen einige Kommentare in Foren auf, wie weit diese vom Verständnis und der Souveränität der Demokratie entfernt sind.

kommentare

Naja und jede Menge Glückwünsche eben.

Irgendwie tritt bei einigen in Vergessenheit warum Menschenrechte eingeführt wurden. Vielleicht ist es auch noch nicht ganz angekommen, aber das Töten scheint bei einigen noch ein legitimes Mittel zu sein. In dem Moment, in dem ich das hier schreibe, flattert gerade ein erster Kommentar eines Politikers rein. 

Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer bewertet den Tod von Al-Kaida-Chef Osama Bin Laden als “entscheidenden Erfolg” im Kampf gegen den internationalen Terrorismus. Seehofer sagte am Montag in München, er habe mit einem “Gefühl der Freude” von dem Ableben Bin Ladens erfahren. nachrichten.t-online.de

Solche Gefühle stecken also in dem großen C für christlich. Nicht selten dumm diese Äußerung, aber schon mal eine gute Vorlage für das Tagesprogramm:

Niveaulimbo der Politiker

facepalm

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