Tatort Schneidetisch

Hier mein neustes Werk. Ich habe Fragmente aus Teil 2 und 3 von „Tatort Internet“ neu zusammengesetzt und den Aussagen der jeweiligen Personen einen neuen Tenor gegeben.

Die dritte Folge von Tatort Internet ist nun ausgestrahlt worden. Ihre Inhalte sind unglaubwürdig bis geschmacklos und wird tituliert als „Pädophilenjäger Show“. Sie ist weder Eltern noch Kindern  zuzumuten, noch hilfreich. Es wird versucht Entsetzen auszulösen, zu schockieren und Angst zu machen. Oft werden dabei unterschiedlichste Inhalte mit Absicht am Schneidetisch vermischt. Um welche Absicht ist auch klar.

Die Vorratsdatenspeicherung, sowie die Legitimation zum grenzenlosen Zugriff auf private Computer, sowie die Einsicht in alle Daten von Verbrauchern ob Online oder Offline.

Ich habe versucht mit dem Video „Tatort Schneidetisch“ aufzuzeigen wie Fernsehen und speziell diese Sendung mit Aussagen umgeht. Die große Waffe ist hierbei der Schneidetisch. Es werden Aussagen in einen Kontext gebracht der für den Interviewten zu dem Zeitpunkt nicht erfassbar war. So wird im Bezug zu Internetkriminalität geantwortet, was im Kontext der Sendung auf Pädophile, welche im Internet Kontakt suchen, bezogen wird. Kriminalität gibt es vielerlei im Internet. Zumeist sind jedoch Wirtschaftsbereiche betroffen, welche sich um ihr Copyright oder ihre Lizenzen betrogen sehen.  Dafür steht hauptsächlich die Film und Musikindustrie, sowie Softwareunternehmen.

Ebenso sind die Zahlen der Verbrechen an Kindern beim BKA zu finden. diese sind 2009 im Bezug zum Vorjahr gesunken. Für den sexuellen Missbrauch von Kindern (§§ 176, 176a, 176b StGB) ist 2009 der niedrigste Wert (–6,1 Prozent auf 11.319 Fälle) seit 1993 zu verzeichnen.  Wenn man nun davon ausgeht, dass maximal 10% minimal 1% davon Fälle sind die etwas mit dem Internet zu tun haben, also Chat mit Kindern, dann handelt es sich um 1100 bis 110 Menschen.

Verbrechen sind zu ahnden. Dabei geht es in einer Gemeinschaft, einer Volksgruppe, einem Staat jedoch auch um das rechte Mittelmaß in welcher Größenordnung welche Lebenseinschränkungen für Alle hinzunehmen sind.

Wenn wir also 1100 Menschen als Maß nehmen um die Privatsphären von 84 Millionen Bürgern für Institutionen offenzulegen, Daten zu sammeln und zu erheben und die Kontrolle aller Lebens und Wirkungsbereiche, welche Gruppen von mehr als 1100 Menschen, also 0,00131% der Bevölkerung gäbe es denn dann, nach denen man seinen Lebens- und Bewegungsraum einschränken müsste?

Alkoholismus :

73 000 Todesfälle,   1,3 -2,5 Millionen alkoholabhängige Menschen und 9,5 Millionen konsumieren Alkohol in riskanter (gesundheitsgefährdender) Weise[7

Man schätzt, dass etwa 250.000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene unter 25 Jahren stark alkoholgefährdet oder schon abhängig sind. Nach einer Befragung aus dem Jahr 2008 konsumieren 6,8 % der Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren eine selbst für Erwachsene riskante Alkoholmenge.[86]

Nach einer Studie der Charité in Berlin trinken 58 % aller Frauen während der Schwangerschaft Alkohol. 10.000 Kinder kommen alkoholgeschädigt zur Welt, davon 4.000 mit dem Vollbild des Fetalen Alkoholsyndroms (FES).[84][85]

Medikamentenfalscheinnahme 25000 Todesfälle

Rauchen in der Schwangerschaft

Nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft werden 30 bis 40 % aller Mangelgeburten und bis zu 14 % aller Frühgeburten durch Rauchen in der Schwangerschaft verursacht.[32] Starke Raucherinnen werden auch seltener schwanger als andere Frauen.[33] In Deutschland rauchten in 2006 17,3 % der Mütter während der Schwangerschaft – doppelt so viel wie in den USA oder in Schweden.[32]

Rund ein Viertel der 11- bis 13-jährigen und fast 40% der 14- bis 17-jährigen Jungen und Männer, die selbst nicht rauchen, gaben an, mehrmals in der Woche oder sogar täglich Tabakrauch ausgesetzt zu sein.

Zusammengefasst ist von ca. 110.000 bis 140.000 tabakbedingten Todesfällen auszugehen

Autounfälle

Im Jahr 2008 ereigneten sich in Deutschland fast 2.294.000 polizeilich erfasste Unfälle.

495 Personen wurden im Jahr 2008 auf Autobahnen tödlich verletzt, das waren 18% weniger als ein Jahr zuvor. Auf Landstraßen außerorts kamen 2 721 (– 9,7%) und innerorts 1 261 (– 5,5%)Menschen ums Leben.

Im Durchschnitt des  Jahres 2008 kam alle 17 Minuten ein Kind im Alter von unter 15 Jahren im Straßenverkehr zu Schaden. Insgesamt waren es 31 648 Kinder, die im Jahr 2008 auf Deutschlands Straßen verunglückten, 102 Kinder verloren dabei ihr Leben.

Wäre das Fazit: Kein rauchen, kein trinken kein autofahren für JEDEN und ein Überwachsungssystem, dass diese gewährleistet ?

Worum geht es eigentlich noch einmal?

In „Tatort Internet“ will nun aufzeigen, dass die Vorratsdatenspeicherung unsere Kinder schützt vor Pädophilen Menschen, welche das Internet nutzen um Kontakte zu Kindern zu bekommen um mit diesen dann sexuelle Handlungen vollziehen zu können. Auf die Sensibilität auf die dann auch ein Gesetz greifen soll, nennt sich „Child-Grooming“ im Zusammenhang mit dem Internet dann als „Cyper-Grooming“ benannt.

Ein Gesetzt soll dann dafür sorgen, dass schon der Versuch einem Kind näher zu treten um sexuelle Absichten umzusetzen, bestraft werden soll. Für mich klingt dies ein bisschen wie „Minority Report“ und wird vor Gericht entweder völlig unmöglich nachzuweisen, was jemand mit dieser Handlung oder jener Äußerung in der Zukunft vor hat oder zu einer Farce, wenn Gerichte durch möglichen öffentlichen oder medialen Druck, sich dazu hinreisen lassen in ihrer Beurteilung keine Fakten sondern demnach dann nur noch Annahmen hinzugeben. Wo soll praktisch eine Grenze gezogen werden? Wer will was Wahrgenommen haben? Woran mache ich diese oder jene Handlung fest, die sie zum sexuellen handeln auffordert? Für Väter und Mütter wird es ab da sehr schwer mit ihren Kindern in der Badewanne oder beim Gute Nacht Kuss.

Hier auch noch einmal ein Info-Material für Eltern im Umgang mit ihren Kindern im Bezug auf das Internet

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10 Kommentare zu Tatort Schneidetisch

  1. TiM sagt:

    2,6%…Straftaten gegen Urheberrechts-Bestimmungen! Wenn RTL II hier mal nix gegen die Bearbeitung des Sende-Materials hat :-))))))

    Aber witzig :mrgreen:

    • borgdrone sagt:

      nun, ich biete ja ein neues „Werk“ an, in dem Eigenarbeit steckt und das Original nicht kopiert, sondern zu etwas Neuem macht.

      Soweit hätten es die Copyreiter bestimmt gern.
      Dann zahlt man in der Schule morgen für das Anschreiben der Binomischen Formel vielleicht noch Tantieme, in deutsch für die Patente der Orthographie Lizenzgebühren, in Sachkunde fürs Video und Fernsehschauen GEZ und im Musikunterricht GEMA Gebühren.

  2. Ein Mensch sagt:

    Nach Schätzungen des Instituts für Hygiene und Umweltmedizin an der Charité in Berlin aus 2006 versterben allein in Deutschland 10000 – 15000 Menschen jährlich an im Krankenhaus erworbenen Infektionen. Ein weiterer Bericht des Instituts aus dem Februar 2008 bezeichnet etwa ein Drittel dieser Infektionen als vermeidbar, z.B. durch kontinuierliche Surveillance, Fortbildung der Mitarbeiter und Erhöhung der Compliance bei Präventionsmassnahmen (z.B. Hygiene).

    • borgdrone sagt:

      danke

      auch dies zeigt auf, dass Aufklärung und Informieren viel mehr dazu beitragen kann, als Hetze zu betreiben.
      Es gibt sehr viele „Baustellen“ in denen Schaden durchaus vermieden werden kann, wenn es dabei nur wirklich um Menschen ginge, wie uns immer vorgemacht wird.

  3. TiM sagt:

    Dennoch verwendest Du fremd erstelltes Material 🙂

    Das Urheberrecht ist weitaus komplizierter, als Du es (und viele andere Menschen auch) Dir wünschst 😉

    Natürlich ist es nicht gestattet, ungefragt Kopien für Schüler anzufertigen. Dazu gibt es sogar in manchen Büchern Hinweise, dass vor einer Vervielfältigung der Verlag zu fragen ist. Bei Schulen wird da aber eher lax gehandelt.

    Im Musik-Unterricht werden zumeist Werke besprochen und aufgeführt, die 70 Jahre und älter sind und dann sind sie frei nutzbar. Das gilt allerdings nur für die Noten, nicht für Tonträger von Konzerten dieser Musik, denn die haben ja schon wieder ein neues Urheberrecht begründet 😉

    Nett, oder? So kompliziert ist das Urheberrecht!

    Du kannst zwar in Deinem Werk „zitieren“ oder mit Mitteln der „Satire“ arbeiten, aber auch hier ist die Rechtslage etwas schwierig. Wenn Du allen Konflikten aus dem Weg gehen willst, frage den Urheber nach den entsprechenden Nutzungsrechten oder produziere was Eigenes. Ist das Leichteste 🙂

    Noch ein Hinweis: Nur wiel andere im Internet etwas machen, heisst das noch lange nicht, dass es legal ist! :mrgreen: Das mussten n der Vergangenheit viele Internet-User schmerzlich erfahren.

    Mein Hinwweis war ja nur gut gemeint, weil ich weiss, wie sensibel manche Sender/Verlage/Plattenlabels mit ihren Schöpfungen in Bezug auf Weiterbearbeitung umgehen 😉

  4. TiM sagt:

    Und noch ein Hinweis, wobei ich Dir an dieser Stelle überlasse, ob Du ihn veröffentlichen willst oder nach dem Lesen wieder löschen möchtest:
    Ich sehe gerade, Du bekommt über Flattr für Deine Artikel Geld. Auch wenn das Cent-Beträge sein mögen, so kann man Dir damit unterstellen, Du möchtest mit Deinem Blog und den Artikeln Geld verdienen. Das wäre dann ein Blog mit kommerziellem Hintergrund und das heisst, Du brauchst ein Impressum 🙂 Das habe ich hier bisher nicht gefunden oder ich war blind, aber es muss leicht und ohne Umweg zu erreichen sein!

    Verstösse gegen die Impressum-Vorschrift können mit einer Strafe bis zu 50.000 € geahndet werden!

    Auch das schreibe ich Dir nicht, weil ich Dich „anschwärzen“ möchte, sondern weil es Menschen gibt, die gerne abmahnen und das ist teuer und unangenehm 🙁 Kann man vermeiden! 😉

    Um manche gesetzliche Regelungen kommen wir Internet-User eben (leider) nicht herum, auch wenn auch hier andere es im Net gerne versuchen!

  5. Paramantus sagt:

    Schön gemachter Beitrag zu diesem doch so kontroversen Thema. Es ist nämlich erstaunlich, wie lautstark manche Menschen kritisieren können, dass man diese dümmliche Sendung nicht gut heißen kann. Sofort wird man in die Pädophilen-Ecke gedrängt und als Kinderschänder-Sympathisant hingestellt. Dabei sagt diese Sendung doch im Grunde nur eins: Das Internet ist böse. Ob diese Botschaft wirklich als Mittel zum Zweck auf dem Weg zur Datenspeicherung, sei mal dahingestellt. Wichtig ist lediglich, dass „Tatort Internet“ ein völlig falsches Bild vermittelt.
    Du hast in deinem Video sehr schön einen Chatablauf zusammengeschnitten. Da sieht man doch ganz deutlich, wie der Mann sich anfangs gar nicht mit der angeblich 13jährigen treffen möchte. Erst nach mehrmaligem Drängen willigt er endlich ein. Ist das die Realität? Welche 13jährige überredet fremde Männer zu einem Treffen? Und sind diese gezeigten Männer wirklich die Monster, von denen wir in den Nachrichten hören? Sitzen die gefährlichen Täter nicht eher unerkannt in Familien, Schulen und Vereinen, wo sie ihre Position als Vertrauensperson ausnutzen können?

    Ja, Chaträume sind voller Perverser. Das sollte man inzwischen nicht erst seit dieser Sendung wissen. Ja, es gibt viele Menschen mit pädophilen Neigungen, die in solchen Chaträumen ihren Fantasien frönen. Aber pädophile Neigungen alleine sind wie Chatten nicht strafbar. Auch wenn man sich mit einem Kind im Café trifft und über Sex redet ist das auch noch nicht strafbar. Und das ist gut so. Ich will nämlich in keinem Staat leben, in dem man für Gedanken oder Dinge die man vielleicht tun würde, bestraft wird.

    Dann hätten wir nämlich wirklich Zustände wie bei „Minority Report“.

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