Der Schockwellenreiter – “er hat Jehova gesagt”

Jörg Kantel, der Betreiber des Blogs Schockwellenreiter, hat in einem Artikel die katholische Kirche als “Kinderficker-Sekte” bezeichnet. Dafür gab es nun von der Berliner Staatsanwaltschaft eine Anklage. Diese Bezieht sich auf den § 166 StGB, hier heißt es:

Beschimpfung von Bekenntnissen, Religionsgesellschaften und Weltanschauungsvereinigungen

(1) Wer öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) den Inhalt des religiösen oder weltanschaulichen Bekenntnisses anderer in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Ebenso wird bestraft, wer öffentlich oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) eine im Inland bestehende Kirche oder andere Religionsgesellschaft oder Weltanschauungsvereinigung, ihre Einrichtungen oder Gebräuche in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören.

Mit diesem Paragraphen müssten eigentlich einige Blätter dicht machen, aber das ist eine andere Baustelle. Nicht nur das damit das Recht auf freie Meinungsäußerung gekreuzigt wird, die Frage ist, wo findet sich Ähnliches und wie wurde damit umgegangen.

Es ist noch gar nicht so lange her (2005), da wurde in der dänischen Tageszeitung Jyllands-Posten Mohammed Karikaturen veröffentlicht. Die Reaktionen –und das wusste man vorher – waren sehr brisant. Die Autoren wussten sehr wohl über die Sensibilität der Darstellung von Mohammed im Bezug auf das Bilderverbot bescheid. Genau diesen Nerv versuchte man jedoch zu treffen und verpackte das ganze unter Presse- und Meinungsfreiheit.

Die FAZ Titelt mit:

FAZ

und schreibt dazu:

Religiöse Fundamentalisten, die die Unterscheidung zwischen Satire und Gotteslästerung nicht respektieren, haben nicht nur mit Dänemark ein Problem, sondern mit der gesamten westlichen Welt.

Es gibt ein religiöses Bilderverbot des Propheten, das zu befolgen das gute Recht der Gläubigen ist und als solches vom liberalen Rechtsstaat nicht nur eingeräumt, sondern verteidigt wird. Aber in einem säkularen Gemeinwesen können die Gläubigen nicht erwarten und noch weniger erzwingen, daß ihre religiösen Gebote von allen befolgt werden. Genauso, wie der Rechtsstaat mit seinem Gewaltmonopol die Rechte der Minderheiten schützt, genauso schützt er die Rechte der Mehrheitskultur, wo sie von einer Minderheit in Frage gestellt werden.

In Deutschland veröffentlichte Die Welt alle zwölf Karikaturen, Die Zeit, FAZ, Tagesspiegel, Berliner Zeitung und die taz nur Einige. Spiegel und Focus folgten im Zuge einer Berichterstattung und deren Auflage wurde in Ägypten verboten. In der Folge weiterer Veröffentlichungen dieser und weiterer Mohammed-Karikaturen kam es in der islamischen Welt zu Demonstrationen und islamistisch motivierten gewalttätigen Ausschreitungen, zu diplomatischen Konflikten zwischen der dänischen Regierung und Regierungen islamischer Staaten, militanten Drohungen und Gewalt, dutzende Menschen starben, Dänemark schloss wegen der gewalttätigen Proteste einige seiner Botschaften und es führte weltweit zu einer Diskussion über die Religions-, Presse-, Kunst- und Meinungsfreiheit.

Im Jahr 2010 ehrte Angela Merkel den dänischen Mohammed-Karikaturisten Kurt Westergaard mit dem Medienpreis und folgenden Worten:

„Egal, ob wir die Karikaturen geschmackvoll finden oder nicht, ob wir sie für nötig oder hilfreich halten – oder eben nicht”… …“Das Geheimnis der Freiheit sei der Mut”… …„Wir wissen noch, was Unfreiheit bedeutet und sollten deshalb nie vergessen, wie wertvoll Freiheit ist.“ tagesspiegel

Weiter schreibt der Tagesspiegel:

Die Ehrung Westergaards durch Merkel sei „eine Frage des Abwägens“. Wenn einem die Pressefreiheit wichtig sei, müssten die Gefühle von Islamisten zurückstehen.

Das Thema ist bis heute nicht vom Tisch. Am 15.11.2011 hat in Oslo ein Prozess gegen drei Männer begonnen, die Anschläge wegen der Veröffentlichung der umstrittenen Mohammed-Karikaturen in Dänemark geplant haben sollen. Die Männer, ein Norweger uigurischer Herkunft, ein irakischer Kurde und ein Usbeke, wiesen zum Prozessauftakt in der norwegischen Hauptstadt alle Anschuldigungen zurück und plädierten auf „nicht schuldig“ focus 

Ob etwas karikiert, satirisch oder kritisch ist, liegt wohl im Auge dessen den es trifft. in diesem Falle sind sich die großen Medien und wohl auch die Staatsanwaltschaft einig. Es ist keine Straftat Religionen zu überzeichnen und ihnen Eigenschaften zuzuordnen, die dem aktuellen Geschehen entsprechen. So scheint ein Mohammed mit Bombe auf dem Kopf zwar nicht den allgemeinen Muslimen zu beschreiben, jedoch speziell die Radikalen aus dieser Glaubensrichtung, die mit Selbstmordattentaten den vermeintlichen Terror seit dem 11.September verüben.

So beschreibt wohl auch Jörg Kantels Begriff  “Kinderficker-Sekte” den systematischen Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche, welcher seit Anfang 2010 in die Öffentlichkeit durchgedrungen ist. In beiden Fällen wird nun etwas Spezielles Verallgemeinert und nicht etwa etwas Allgemeines spezialisiert. Bei dem Einen gibt es den Medienpreis von der Kanzlerin mit Ehrerbietung und Hochachtung, sowie die Unterstützung der renommierten Medien weltweit und bei dem Anderen gibt es eine Anklage der Staatsanwaltschaft.  Wo bleiben hier die vermeintlichen Freiheiten mit denen wir weltweit hausieren, überfallen und bomben gehen?

Jörg Kantel wird für dieses Verfahren finanzielle Unterstützung benötigen. Wie schon in Fällen bei regensburg-digital.de und Fernsehkritik.tv, ist Recht bekommen in einem Rechtsstaat u.a. von Geld abhängig. Ich bitte in diesem Sinne die Leser vom Waschtrommler sich an einer Spende beim Schockwellenreiter zu beteiligen. Es geht nämlich hier weit mehr als nur um ein Gerichtsverfahren wegen eines Begriffes. Es geht wie der Tagesspiegel schrieb:

Wenn einem die Pressefreiheit wichtig sei, müssten die Gefühle von “………” zurückstehen

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18 Kommentare zu Der Schockwellenreiter – “er hat Jehova gesagt”

  1. sadhu sagt:

    hmmm … kinderficker sekte …. pressefreiheit …. alles irgend wie befremdlich …

    unser zusammenleben als menschen hat schon formen angenommen die einen förmlich in die jenseitigkeit vertreiben … ich bin recht froh drumm … habe ich doch mehr und mehr das gefühl … oder sogar die feste überzeugung mit diesem ganzen schmarrn nicht wirklich etwas zu tun zu haben ….

    ist es notwendig katholiken als kinderficker zu bezeichnen … ja … dieser verein hat einiges gegen die wand gefahren …. aber deswegen selbst verbal in der güllegrube zu wühlen um in ermangelung eines wirklich kreativen miteinanders sein weltbild so zu beschreiben ….

    ist das die welt in der wir jetzt zusammen beleben wollen ….

    ein begriff der gutmenschen wird seit geraumer zeit in den medien benutzt … genau … gutes wort … gutmenschen …. menschen die nach ihrer eigenen betrachtung … vielleicht durch gängige klischees unterstützt … die welt … unsere welt mit ihrer heilig und herrlichkeit beglücken … ja sogar befruchten wollen ….

    kinderficker …. ein wort das seinen ursprung nicht nur in einem geschehen hat … sondern wesentlich intensiver mit dem kern oder betrachtungs-ursprung seines benutzers in verbindung steht …. draufhaun … verteufeln … genauso machen wie die kuttenbrunzer …. oder doch anders ….

    gerade heute haben wir als menschen die möglichkeit mitzureden … mitzugestallten … aber nicht so … so ist wie immer …. kinderficker als populistisches werkzeug um sich selbst nach althergebrachter manier rein rhetorisch an den puls der macht zu putschen ….

    das wort kinderficker zu benutzen um eine glaubesngemeinschaft zu diffamieren und lächerlich zu machen weisst nicht viel mehr unterscheid zu den wenigen auf die diesen begriff durch ihr handeln auf ihre schultern geladen haben ….

    einen weg finden um gemeinsam in die zukunft zu kommen ist etwas wunderbares … aber nicht auf so eine art …. miteinander muss mit allen funktionieren … auch mit einer frau merkel oder einem herrn schäuble … und wenn diese herrschaften nicht wissen wie man sich verhält … dann sollte es ihnen die gemeinschaft vorleben …

    so … und nicht anders …. werden wir erfolg haben ….

    ich kanns abwarten

    • borgdrone sagt:

      Der Begriff beschreibt nichts anderes als das wie sich Menschen unterhalten. Sollten wir das übliche menschliche Verhalten konstruieren einer vermeintlichen Form die keiner wirklich lebt?
      Jede Kunst und jeder Film spiegelt unsere Leben wieder, so auch die Presse und eben dann auch Blogs. Das Verhalten verbessert sich nicht, wenn man es nicht reflektiert. Im Gegenteil will ich sogar meinen, erst wenn wir den Dialog in aller Öffentlichkeit damit suchen. Wo lässt es sich besser in eine gemeinsam gewollte Form einpendeln, wenn nicht dort.

      • sadhu sagt:

        Authentizität würde es als wort gut treffen …. du hast sicherlich recht …. gerade die religion ist ja wohl auch irgend wie verpflichtet das gute … das Göttliche im menschen zumindestens zu vermuten …. auf der anderen seite ist ein spiel ohne einsatz eine hohle phrase …. der blogg … der schockwellenreiter … lässt ganz klar ein persönliches problem des verfassers mit dem thema religion erkennen … da muss er vielleicht erstmal durch ….
        entweder wir haben gesetzte und achten sie … oder wir verzichten drauf und machen es halt anders ….
        religion ist im übrigen ein wirklich elementares recht … blos weil es eine kirche zu ihren eigenen gunsten definiert hat sollte sich die menschheit dieses wichtige recht auf sein nicht streitigmachen lassen …. den schaden den die kath. kirche dem volk zugefügt hat ist meiner meinung nach der das sie ihr den bezug zu religion vergällt hat … da steckt so viel selbstbestimmung drin … aber kaum einer schaut hin … weils religion ist … wie auch immer ….
        wenn der schockwellenreiter so ungeschickt in nen haufen scheisse reingehaun hat …. sollte man sich nicht wundern wenn er oder sie sich bekleckert haben …. das vergeht auch wieder ….

        ich persönlich halte von rumstänkern nicht viel … wills aber auch keinem verbieten ….

        • borgdrone sagt:

          da muss nicht er durch, da müssen wir durch

          Wenn dies sich erst einmal festbeißt, was meinst du was Morgen alles noch auf dem Index steht.

          Wenn ich religiöse oder sonstige Gefühle über Meinungs-, Kunst und Pressefreiheiten lege, dann wird es sehr still werden.

          • sadhu sagt:

            wenn ich mir die medienlandschaft so anschaue ist stille nicht das schlechteste was uns passieren kann … und ja … da müssen sicherlich noch mehr durch …. ich bekenne mich schon zu einem bedingungslosen miteinander … aber der haufen müll der uns so umgibt ist derart reichhaltig das sich ohne weiteres die frage stellen lässt ob ein reparieren des systems noch erfolgversprechend ist ….
            momentan tendiere ich eher zu einem reset … da macht das kräftige scheisse schlagen auch richtig sinn …
            weiter gehts allerdings nur zusammen …. j. kantel brauch vielleicht keine unterstützung wenn er sich mit seiner art und weise zu leben auseinander setzt …. aber fraglos den beistand das auch er mit seinem sein ein wichtiges mitglied in der menschlichen gemeinschaft ist … ich trenne da gerne von den geborenen aktivisten und jenen die passiv das verkörpern was der takt von morgen sein kann ….
            danke für den dialog
            dir noch ein schönes wochenende

  2. Nansy sagt:

    Das Recht auf freie Meinungsäußerung kann man wohl kaum als Deckung für Beleidigungen benutzen! Solche Bezeichnungen wie „Kinderficker-Sekte“ wären wohl auch in nichtreligösem Zusammenhang ausreichend für eine Anklage. Richtig peinlich wird es, wenn man sich als Rechtfertigung auch noch auf die dänische Tageszeitung Jyllands-Posten mit ihren Mohammed Karikaturen bezieht. Karikatur bedeutet die komisch überzeichnete Darstellung von Menschen oder gesellschaftlichen Zuständen.
    Was an dem Schockwellenreiter-Artikel eine komische Überzeichnung sein soll, muss man mir erst mal erklären. Aus dieser Nummer kommt man auch nicht mit der Behauptung heraus, ob etwas karikiert, satirisch oder kritisch ist, liege wohl im Auge dessen den es trifft.
    Bezeichnend für die Richtung dieser Herabsetzung ist wohl die Tatsache, dass man sich hier allein auf die Kirche konzentriert. Systematischen Kindesmissbrauch hat es auch in Heimen, Schulen (Odenwaldschule) und Sportvereinen gegeben. Eine Erklärung für die Dimension des Kindesmissbrauch in kirchlichen Einrichtungen ist wohl die große Anzahl ihrer Einrichtungen. Das darf keine Entschuldigung sein, ist aber eine Erklärung für das Offensichtliche.

    • borgdrone sagt:

      Es liegt wohl näher einen Verein der systematisch seit Jahrzehnten und sicherlich auch seit Jahrhunderten Kinder sexuell Missbraucht so zu nennen. Jedes Wort darin ist nicht falsch. Es sind „Kinder“, den Vorgang nennt man „ficken“ und Sekte ist eine Bezeichnung für eine religöse Gruppierung. Das es nicht für die Mehrheit der Mitglieder gilt, entspricht ebenso der Darstellung der Mohammed-Karikaturen. Denn auch die Mehrzahl der Muslime sind keine Attentäter.

      Auch eine Karikatur ist ein Meinung und würde ebenso am §166 StGB nicht vorbeikommen. Allerdings wird die Gesellschaft seit 10 Jahren eben gegen diese Religion völlig anders sensibilisiert und konditioniert.

      Auch die Aufzählung der anderen Gruppen in denen Missbrauch an Kindern stattfand, entschuldigt oder mindert nicht den bewussten Umgang der katholischen Kirche weltweit und bleibt damit kritikwürdig. Sie ist in sehr vielen Punkten unterschiedlich und bildet aus allen Fällen die größte Menge.

      Es geht hier keinesfalls um zwei unterschiedliche Dinge, sondern um die gleiche Sache und den unterschiedlichen Umgang damit. Was wollen wir denn? Die Freiheit zu kritisieren auch wenn es weh tut oder die Pietät jedes Einzelnen wahren, denn „Beleidigung“ kann, wenn es drauf ankommt, alles sein.

      Es ist schon ein starkes Stück dass man Kritik – und damit Meinung – an was auch immer unter dem Begriff „Satire“ oder „Karikatur“ veröffentlichen muss.

      btw: es gibt weit aus mehr Kinder und Jugend Sportvereine als katholische Einrichtungen in denen Kinder betreut werden. Damit ist dieser Rückschluss schon einmal falsch.

      Es fehlt einigen eher der nüchterne Abstand um das noch bewerten zu können.

      • Nansy sagt:

        Ist ja ein netter Taschenspielertrick, die beleidigende Bezeichnung „Kinderficker-Sekte“ für eine sehr große Glaubensgemeinschaft einfach durch zerpflücken der Worte in den Rang einer Kritik heben zu wollen.

        Wie heißt es so schön unter Juristen? Ausschlaggebend sind nicht allein die Worte, die man verwendet, sondern vielmehr ist der Vorsatz entscheidend. Richtet sich dieser gegen eine genau bestimmbare Gruppe und bringt der Täter dies in einer Weise zum Ausdruck, dass dem Gericht eine Beweisführung hinsichtlich des Vorsatzes möglich ist, so handelt es sich trotz Ungenauigkeit im Wortlaut um eine Beleidigung.
        Beleidigt werden kann jede lebende Person, aber auch Personenmehrheiten, die eine rechtlich anerkannte gesellschaftliche oder wirtschaftliche Funktion erfüllen.

        Es ist natürlich Humbug sich hier mit gespielter Entrüstung darüber zu beklagen, dass man Kritik – und damit Meinung – immer nur unter dem Begriff “Satire” oder “Karikatur” veröffentlichen dürfe. Man kann alles kritisieren, solange man versucht sachlich zu bleiben und den anderen nicht vorsätzlich herabsetzt oder beleidigt.

        “Satire” oder “Karikatur” durfte immer schon etwas mehr, nämlich komisch Überzeichnen. Aber diese Fähigkeit ist halt nicht jedem gegeben.

        • borgdrone sagt:

          du möchtest also den Menschen verbieten „Scheiße“ zu sagen wo Scheiße ist und passiert. Unabhängig davon ob ein Gericht es als Bezeichnung oder als Beleidigung auslegt, bleibt es eine Meinung. Diese nicht mehr äußern zu können, darum geht es.

          Aus der Sicht eines Moslems waren die Karikaturen dies auch. Aber da an dieser Stelle die Empathie fehlt, wird es mit unserer Ästhetik und unserem Verständnis ausgelegt. Das ist weder eine neutrale Weltsicht noch eine Objektive und taugt gar nichts wenn man die gleiche Sache an unseren Werten, dann anders handhabt.

          Ebenso ist Sachlichkeit ein weiter Begriff und wird oft eher subjektiv von der Fähigkeit der eigenen Aufnahmefähigkeit entschieden. Was du als „Komisch“ bezeichnest, hat in der Reaktion der Ereignisse wohl nicht so den Eindruck hinterlassen.

          So wie wir in der Sache weltweit von Presse und Meinungsfreiheit tönen, sollte wenigstens ein Quäntchen davon auch bei uns vorhanden sein. Da scheitert gerade unser Staat bei den Kirchen an sehr vielen Stellen.

          Schon mal RTL gesehen? Da wird mit Beleidigungen sehr viel Geld verdient. Und dort geht es sogar noch weit über dieses hinaus.

          • Nansy sagt:

            Man kann sich sicherlich über die „Qualität“ von RTL-Sendungen unterhalten und fragen, warum dort Beleidigungen geduldet werden. Da ich diese Programme aber eher weniger sehe, kann ich da leider nicht mitreden.
            Davon abgesehen sind, glaube ich, unsere unterschiedlichen Auffassungen klar geworden. Man muß abwarten, wie ein Gericht das sieht.

  3. borgdrone sagt:

    @sadhu

    Wenn ich mir die Medienlandschaft ansehe, sehe ich auch sehr viel Müll, aber auch sehr einseitige und handverlesene Berichterstattung. Stille wäre das schlechteste in Zeiten wo jeder Reden darf und sollte. Stille hatten wir nun ein paar tausend Jahre genug. Auch das Reden und Miteinander reden muss nun so geübt werden und dabei knallt es nun mal hier und da. Aber das Reden zu verbieten führt nicht dazu das Denken und das Handeln einzustellen. Nein, gerade Trittbrettfahrer kommen bei solchen Strukturen dann eher aus dem Nichts.

    Die Grundlage jeder Aufklärung ist der Dialog. Wenn ich diesen, egal an welcher Stelle unterbinde, schiebt man die verbotenen Worte und Gedanken in einen anderen eigenen Raum. Und was dort dann herauskommt, das finden über Jahre ja gerade noch nicht mal unsere Geheimdienste heraus.

    • sadhu sagt:

      RamRam
      ja … nochmal guten abend dir ….
      es scheint als fühlst du dich missverstanden …. deine sichtweise ist nicht so ungewöhnlich …. aber das produkt eventuell nicht das beste ….

      was will den aufgeklärt werden … und vor allem von wem …. ist es nicht eher so das dieses ewige und übel geschwätz von welchem wir umgeben sind eher zerstörend wirkt …. glaubst du das deine texte gegen die medien-maschinerie anstinken kann …. sicherlich nicht ….
      wir brauche keine dialoge …. sondern nur die möglichkeit uns selbst wahrnehmen zu können … das reicht …. es ist momentan sicherlich hilfreich infos über das netz zu bekommen … aber das gelbe von ei ist es nicht … zumindest nicht für mich … und ich denke da würden noch ein paar andere ähnlich denken ….
      aber zurück zum thema … so wie es gerade ist … ist es halt … eine veränderung kann nachhaltig meiner meinung nach nur mit einer entsprechenden inneren einstellung geschehen …. deswegen werde ich auch weiterhin meine mitmenschen daran erinnern das es besser ist grösse zu zeigen … und sich eben nicht von einem kurzlebigen gefühl zu taten und aussagen hinreissen zu lassen – mein morgen lebt schon in mir … das wort kinderficker ist dort nicht mehr notwendig …

  4. Rudolf Kaspar sagt:

    Ob der Begriff „Kinderficker-Sekte“ objektiv geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören? Ob dies vom Vorsatz des Täters umfasst, d.h. mindestens billigend in Kauf genommen worden ist? Ob es wirklich beabsichtigt ist/war, ein religiöses Bekenntnis zu beschimpfen? Oder ob nur ein gewisses Verhalten von hohen klerikalen Würdenträgern kritisiert werden sollte? Ich wage die Strafbarkeit zu bezweifeln – wie auch bei den Mohammed-Karriakturen.
    Das unterschiedliche Maß, mit dem hier gemessen wird, das existiert allerdings. Genauso wie die damit verbundene Scheinheiligkeit. Ich finde allerdings die „Kinderficker-Sekte“ genauso beleidigend und geschmacklos, wie die Mohammed-Karrikaturen. Das gibt aber niemanden das Recht, hierauf mit Gewalt zu reagieren. Lässt sich der öffentliche Frieden hierdurch stören, sagt dies mehr über den Zustand dieses Friedens aus, als über die Verwerflichkeit einer (vermeintlichen) Beschimpfung.
    Deshalb hoffe, ich dass es genauso wenig eine strafrechtliche Ahndung geben wird, wie randalierende Katholiken…

  5. urs sagt:

    Ich könnte ein paar Pabstkarrikaturen beisteuern und als „Gerichtszeichner“ kommen, sollte ein Verfahren in Berlin sein. Dafür bräuchte ich Termine…wann und wo.

  6. CrisisMaven sagt:

    Wollte nur mal mich vergewissern: wer dazu aufruft „sich zu mehren“ ist aber hoffentlich keine „Erwachsenenficker-Sekte“?

  7. michael gaida sagt:

    Widerwärtige, vor abgrundtiefer Bösartigkeit , Niedertracht und primitivem Welt-Hass nur so triefende Brut Zions! Wenn ihr nicht mal bemerkt, wie sehr ihr euch zu Helfershelfern (Sayanim) dieser nässenden Hämorrhoide Satans macht, dann stimmt ein in das Credo Lloyd Blankfeins (CEO Goldman sucks), an dessen Krallen das Blut der vernichteten Exstenzen Hundertausender US-Amerikaner klebt, deren Alterssicherung und Häuser er gestohlen, deren Familien er häufig zerstört und von denen er viele in die Obdachlosigkeit getrieben hat, jauchzet mit diesem Monstrum der Koscher Nostra, wenn es beteuert: Ich tue nur Gottes Werk. Und fragt euch, ihr Umdämmerten deutscher Lande & Lallzunge, was für ein Gott das denn sei! Lest einfach im Tannakh (der jüdischen Bibel), das genügt schon.

  8. Thomas sagt:

    Auch ich finde die Wortwahl „Kinderficker-Sekte“ zu derb und sie mag als beleidigend gewürdigt werden. Inhaltlich aber trifft der Begriff die Tat, wobei nur die Ausweitung auf die ganze Sekte, also die Verallgemeinerung, die Überspitzung darstellt. Jedem dürfte jedoch klar sein, dass auch der Urheber des Wortes nicht in jedem Christen einen Kinderschänder sieht.
    Was mich aber stört, ist die unglaubliche Chuzpe der Kirche, Herrn Kantel anzuzeigen. Liebe Christenleut‘: Hier wurden Verbrecher „beleidigt“ ! Kann man Verbrecher überhaupt noch beleidigen. Haben diese sich mit ihrer Tat schon weit mehr gedemütigt, als dies ein Begriff je könnte ? Was wiegt die Verletztheit der Gläubigen gegenüber dem Trauma der Kinder, die missbraucht wurden?
    Liebe Kirche: Alles andere als stille Demut gegenüber jedweder – auch verletztender – Kritik in dieser Sache ist unangebracht. Überzieht die Täter mit Prozessen, nicht diejenigen, die die Täter angehen !

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