Tatort Politik, C-Promis, Buchverkäufer und Schmuddelfernsehen

Vorab: Ich distanziere mich von jeder Art der Gewalt. Ich heiße sie nicht gut und ich bin der Überzeugung dass es mehr passive und aktive, präventive und nachhaltige Möglichkeiten geben muss, diese zu unterbinden. Der Missbrauch ob an Frauen, Männern, Jugendlichen oder Kindern ist sträflich und oft von Feigheit und Ohnmacht gleichermaßen gefüllt. Nicht allein nur daran lässt sich zumeist erkennen, dass Täter oft selbst vorher Opfer waren. Gewalt darf nicht einem Staffelstab gleichen, den man immer wieder weiterreicht von Generation zu Generation.

Während sich in Internet Foren noch darum gestritten wird warum bei Pädophilie und Homosexualität ein Unterschied gemacht wird, ob eines oder beides eine Krankheit sei oder nur ein Trieb, macht sich RTL2 mit Stephanie zu Guttenberg und Udo Nagel schon auf deren jagt. Da RTL2 zu den Schmuddelsendern schlechthin gehört und Politikergattin sowie Ex-Politiker rekrutiert, zeigt dies auf in wie weit und in welche Richtung sich auch unser politisches Format entwickelt hat.

Das Konzept:

Zuerst mal startet diese Sendung ohne Vorankündigung und ist in keiner Fernsehzeitung eingetragen. Nur die Bildzeitung tönt damit noch am gleichen Tag auf der ersten Seite und weist darauf hin. Genug PR um Einschaltquoten zu bekommen, jedoch schon sehr ungewöhnlich, dass es hierzu nicht, wie üblich, schon Wochen zuvor irgendwo Erwähnung findet und diskutiert wird. Warum diese Entscheidung?

Inhalt dieser Sendung ist es nun Pädophilen im Chat aufzulauern und sie vor der Kamera bloßzustellen. Hierbei dient als Köder eine volljährige Schauspielerin, welche sich im Chat als 13 jährige ausgibt und es darauf anlegt sich mit diesen Volljährigen Männern zu treffen. Dort kommt es zu einem kurzen Kontakt bis das Kamerateam hervortritt und den Mann zur Rede stellt.

Personen:

Stephanie zu Guttenberg:

Frau von Wirtschaftsminister Karl- Theodor zu Guttenberg

Seit 2006[2] betreibt Stephanie zu Guttenberg Lobbyarbeit[3] für Innocence in Danger. Seit 2009 ist sie Präsidentin der deutschen Sektion des Vereins.

Im September 2010 veröffentlichte sie zusammen mit Anne-Ev Ustorf das Buch „Schaut nicht weg! Was wir gegen sexuellen Missbrauch tun müssen“.[5] Diana Aust nannte in der taz den dort verwendeten Begriff „pädokriminell“ wissenschaftlich fragwürdig, da Pädophiliesexueller Missbrauch von Kindern undKinderpornografie dadurch vermischt würden.[6]

Udo Nagel:

Wurde 2002 von Innensenator Ronald Schill zum Polizeipräsidenten von Hamburg ernannt.

2004 bis 2008 Innensenator von Hamburg

Udo Nagel war von Ende 2008 bis Mitte 2010 Mitglied der Geschäftsführung der [Hamburger Prevent AG][1]. Dem Unternehmen[2] wird in Presseberichten[3] unterstellt, einen ranghohen Mitarbeiter der HSH Nordbank im Auftrag der Führung der HSH Nordbank durch gefälschte Beweise mit Kinderporno in Verbindung gebracht zu haben. Sowohl HSH Nordbank als auch die Hamburger Prevent AG[4] dementieren diese Presseberichte.

Beate Krafft-Schöning:

Journalistin und Gründerin der Initiative ‚NetKids‘

Autorin des 2007 erschienen Buches „Nur ein Mausklick bis zum Grauen . . .“

Werner Wittek:

Peronalschützer der PSD Sicherheitsdienst GmbH

Julia von Weiler:

Geschäftsführerin von „Innocence in Danger

Julia von Weiler hatte im August 2008  gemeinsam mit Jörg Ziercke, dem Präsidenten des Bundeskriminalamtes, ein Gesetz gefordert, mit dem der Zugang zu kinderpornographischen Seiten erschwert werden soll. Die „Welt” deutet an, dass Julia von Weiler auch nicht unbeteiligt daran war, Familienministerin Ursula von der Leyen von der Notwendigkeit eines solchen Gesetzes zu überzeugen. Genaueres auch hier (http://www.stefan-niggemeier.de/blog/phoenix-und-die-kinderporno-expertin/)

Die Sendung:

Nagel: „kriminelle Machenschaften nähmen täglich im Internet zu“

„…warnen vor dem größten Tatort der Welt….“

Der Aufbau der Sendung gleicht stilistisch der typische RTL2 Dokusoap. Dialoge, Aussagen und Bilder sowie Kommentare werden vom Schneidetisch bestimmt und mit Effekten und Sounds dramaturgisiert. Um die Dramatik zu erhöhen, immer dabei, der Personenschützer Werner Wittek. Dafür, dass der Angelockte sich nach Darstellung der DokuSoap sehr bemüht zu verstecken und nicht erkannt werden will, ist es völlig unklar unter welchen Umständen der Lockvogel körperlich bedroht werden soll. Zumal wenn mehrere Leute vor dem und mit dem Kamerateam direkt vor Ort sind.  Im ersten Fall musste der Angelockte sogar wieder „angesaugt“ werden, da er schon wieder fortgegangen war,  weil nur eine Jalousie von Jemandem im Haus bewegt wurde. Soviel auch zur Professionalität im Team von Nagels und Wittek. Dann dieser Dialog:

Nagel: „Wir haben widersprüchliche Beschreibungen vom Auto“

Beate Krafft-Schöning „der Mann ist auf Nummer sicher gegangen“

Erneut ruft der Angelockte an da er sich nicht sicher sei ob sie allein zu Hause sei und er würde nun zurückgefahren kommen teilt er ihr mit. Sie beruhigt Ihn mit der Story „die Jalousie war die Putzfrau“ und Sie sei jetzt allein und warte dann auf seinen Anruf. Er legt auf. Beate Krafft-Schöning sagt; „der holt dich aus m Haus raus“[Schnitt] „sag ma haste Fahrgeräusche im Hintergrund gehört?“  Lockvogel: „ja“ B K-S: „sehr schön“

Jetzt betont der Off-Sprecher, das Werner Wittek nun alarmiert sei und wenn der Lockvogel das Haus verlässt, er nicht mehr für ihre Sicherheit sorgen kann.  Dann erneut ein Anruf. Mit einladendem Ton und fast fordernd bittet die Lockvögelin diesen Mann zu sich:

„ ja alles klar, Super. Ich freu mich darauf Steffan, bis dann.   Nein es ist alles in Ordnung. Ok, dann sehen wir uns in einer halben Stunde, bis dann.“

Nagel zu Beate Krafft-Schöning: „Der hat so viel Schiss und muss so heiß sein, oder. Er schwankt ständig hin und her, soll ichs machen soll ichs nicht machen“

Beate Krafft-Schöning: „ So dann würd ich Vorschlagen, dass wir das Risiko fahren [Audio-Schnitt] dass wir von  Außen auf jeden Fall sehen wenn der kommt“

Dazu Orchestra-Hit a la Hitchcock und Bild mit Lockvogel die wie erschrocken die Hand auf ihr Herz legt. Bild und Tonschnitt passen nicht zueinander. Dynamische Musik, alles läuft aus dem Haus, Off-Sprecher: „Unsere Schauspielerin hat Angst. Zu Recht wie sich später zeigen wird“  Das Treffen soll nun außerhalb ohne die Schauspielerin stattfinden. Bilder zeigen wie das Team sich nun draußen neu postiert.  Wieder wird betont: „man will die Frau nicht in Gefahr bringen“ Noch ein flüstern aus dem Walkie-Talkie „Zielperson im Anmarsch“ um der Situation mehr mystische Spannung zu verleihen.  Untermalt wird das Ganze mit Musik bekannt aus den Spannungsbögen von Horrorfilmen.  Die Spannung steigt. Er kommt. Verpixelt, aber er kommt. Er kommt über die Straße. Geht auf die Tür zu. Und. Und. Und klingelt.

Das Kamerateam kommt auf Ihn zu und er wird sofort konfrontiert.

B K-S: „ Das sind sie auf dem Foto“ Er leugnet dies. B K-S: „Das sind sie wohl. Sie haben gechattet mit der Julia“

Jetzt Chat-Text-Einblender

Hast du schon viele haare an deiner Muschi?

Würde es schön sein, dass ich dich dann rasiere?

Hast du schon mal was mit älteren gehabt? Ich meine richtige Männer, keine Milchbubis?

So bei einer lockeren „versteckten“ liebelei ist es aufregender für beide

Glaub mir ich hab schon etwas mehr Erfahrung in dieser Sache

Du kannst Stolz sein, dass du mich gefunden hast, der dich mitnimmt auf die erotische reise

Mann ich kanns gar nicht mehr erwarten bis ich dich vor mir stehen sehe weist du das?

Am Auto angekommen liest B K-S noch einige Textpassagen aus dem Chat dem Angelocktem vor, unter anderem „ Ich könnte dein Vater sein, Vorsicht, nee“  „ ich stehe auf kleine Busen, TeenieTitties“ nun auch wieder eine Szene mit Schnitt, in der man nur das Ende des vorgelesenen Zitats mitbekommt „ bei den auch [Audio-Schnitt] bei dir einführen kannst, nachdem du ja noch nicht gepoppt hast.“

B K-S zu Ihm „ Was ist das für eine Sprache mit einem Kind, soll ich mit ihren Kindern mal so reden?“     (Frau B K-S, das brauchen sich gar nicht, das tut RTL2 in der gesamten Sendezeit, anm. d. Verf)

In der nächsten Szene  B K-S steht allein auf der Straße und spricht in die Kamera: „der ging gar nicht nee [Audio-Schnitt AS] der im Haus [AS] mit m Firmenwagen, [AS] Zollstock, so ne Mappe und irgend so ne Gerätschaft [AS]das er da in seiner Tasche hatte das weiß ich nicht, hatte er dabei um uns genau die Ausrede zu präsentieren, die er uns präsentiert hat als wir ihn getroffen haben.    Hallooo, der Typ war Supergut vorbereitet, [AS] der hätte die verfrühstückt da im Haus aber ganz schnell. so harmlos wie der hier getan hat ist der niemals , jemand der so vorsichtig ist“

Nachdem der Mann nun bloßgestellt wurde und das Team zu seinem Auto gebracht hatte, stellte man fest, so der Sprecher aus dem Off, das der Mann der Polizei schon wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern im Jahre 2002 bekannt ist.

Szenenwechsel, wieder in einem Gebäude, Personenschützer Wittek ist nun dran: „Also ich sag das Mädchen hätte die Situation nicht mehr kontrollieren können [AS] der hat schon Erfahrung gehabt in dem , in dem ganzen Tun, also mir kam das so vor als wär das nicht das erste mal das der so was macht“

Nagel „ Also er war aus meiner Sicht so permanent zwischen seinem Trieb und der Gefahrenlage, seine Gefahrenanalyse ständig hin und her. Und am Schluss, sag ich mal so salopp , hat der Trieb gewonnen“

Differenzierung,  Bewertung und Analyse des Formates der Sendung:

Format:

Pixel:

Was auffällig war, ist der Verpixelungseffekt mit dem gearbeitet wurde. Wenn man bisher mit Augenzukneifen an den Pixeln immer noch genauere Umrisse und Muster des Gepixelten sehen konnte, war dies hier nicht möglich. Auch oft gibt man sich wenig Mühe in der Bewegung die Verpixelung genau mitgehen zu lassen, jedoch in dieser Sendung nicht. Der Vorzuführende war nicht zu erkennen, auch nicht sein Auto, auch nicht der Ort an dem es spielte.

Warum gibt man sich genau bei dieser Doku-Soap so viel Mühe wie noch in keiner anderen Sendung zuvor? Ich vermute einmal, dass die Angelockten auch zu den Darstellern gehören. Damit diese bis zur Auflösung des ganzen nicht schon totgeschlagen oder abgefackelt worden sind, gibt man sich eben mehr Mühe, da es vielleicht doch keine Reality Doku Soap ist. Vielleicht setzt man auf den Schockfaktor, den ich hier an allen Stellen sehr makaber finde.

Chat:

Der Chatverlauf selbst ist nicht zu sehen, dafür aber immer wieder visuelle Einblendungen von Chatausschnitten des Angelockten und einem Off-Sprecher der dies mit einer kontraststarken pervers lüstern klingenden Betonung wiedergibt. Diese Fragmente scheinen willkürlich zusammengestellt zu sein und geben keinen Einblick in den Kontext der Unterhaltung, sowie keinen Verlauf des Gespräches wieder, der dem Zuschauer ein Verständnis dahingehend geben könnte, wie so ein Gespräch beginnt und wie es mit welchem Verlauf zu solchen Aussagen in Dialogen kommen kann. Die Frage verhärtet sich in der Menge und Qualität der schlüpfrigen bis eindeutigen Textausschnitte, was den Mann zu dieser oder jener Aussage animiert hat. Des Weiteren spricht diese Form der Dokumentation dafür, dass mit der Artikulation im Chat bewusst der Pädophile angelockt wurde. Es gab quasi eine Szene, eine Situation die es zu erreichen galt und das war, dass eine 13 jährige sich mit einem Mann trifft.

Offene Fragen sind auch: Wie viele Tage/ Wochen/Monate chatten die Beiden schon? Was wurde dem Pädophilen versprochen/erzählt? Welche Art hatte der gesamte gesprächsverlauf? Kann eine 18 Jährige Schauspielerin und/oder das Team hinter ihr das normativ typische Verhalten sowie Dialoge von 13 Jährigen in einem Chat wiedergeben? Durch welche Dialoge im Chat kommt es zu dem Versuch der Kontaktaufnahme und damit zu einem Treffen? Wenn man solche Fragen beantwortet hätte, wäre es vielleicht eine informative aufklärerische Sendung gewesen.

In mehreren Standbildern konnte ich unter viel Fuddelarbeit diesen Dialog im Hintergrund der Reportage erkennen:

nur so

Catweazle22 says (1:34:23 PM)

????

juliamuc@live.com says

ich habe keinen bock auf die ärsche in meiner schule

Catweazle22 says

Soso und was hattest dir vorgestellt?

juliamuc@live.com says

weis nich

Catweazle22 says

???

juliamuc@live.com says

hätte gern nenn netten Freund

Wieso?

Catweazle22 says (1:37:57 PM)

puh ich glaub du bist ziemlich verzweifelt oder?

juliamuc@live.com says (1:38:03 PM)

geht so. schon

juliamuc@live.com says (1:38:24 PM)

ich bin sicher langweilig für dich

juliamuc@live.com says (1:38:30 PM)

kenne mich gar nich aus

Catweazle22 says (1:38:33 PM)

nö wieso

Catweazle22 says (1:38:43 PM)

Überhaupt nicht langweilig  wie meinst das?

Wenn diese Art und Weise so angelegt wurde, dann gibt es sich nichts mehr zu wundern. Auch für einen trockenen Alkoholiker ist es Schädlich wenn man ihm permanent was vor säuft.

Fakten:

Nach § 176 StGB ist sexueller Kontakt mit unter 14 Jährigen eine Straftat. Zum Vergleich hat Vatikanstaat in Europa das niedrigste Schutzalter mit 12 Jahren, dort wären die Angelockten also keine Straftäter.

Pädophilie wird als psychische Störung der Sexualpräferenz angesehen. Dabei ist bis heute ungeklärt ob diese Angeboren ist oder im Laufe des Erwachsenwerdens erworben wird.

Pädophilie ist eine Triebform welche Gesellschaftlich nicht anerkannt ist und bleibt somit eine Straftat. Ist es eine Krankheit, jagt und diffamieren die Verantwortlichen dieser Sendung kranke Menschen indem Sie bewusst auf deren Reize ansprechen und sie somit zu einer Straftat anstiften.

Somit machen sich die Verantwortlichen zu Anstiftung einer Straftat nach  §26 StGB mitschuldig, da es die Situation initiiert, welche Menschen zu dieser Handlung bringen.

Für eine strafbare Anstiftung sind folgende Voraussetzungen notwendig:

Vorsätzliche rechtswidrige (nicht notwendig schuldhaft) Haupttat eines anderen (Versuch oder die Vollendung)

Bestimmung zur Tat durch den Anstifter

doppelter Teilnehmervorsatz des Anstifter, das heißt der Anstifter muss sowohl den Vorsatz haben, dass der Täter die Tat begeht als auch dass er ihn dazu anstiften will.

(quelle: http://www.rechtslexikon-online.de/Anstiftung.html )

Über die Zahl pädophiler Menschen gibt es keine zuverlässigen Angaben. Vorsichtige Schätzungen gehen von 50.000 bis 200.000 pädophilen Männern in Deutschland aus.

Aspekte der pädophilen Sexualpräferenz

Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht bei der Pädophilie die primäre sexuelle Ausrichtung auf Kinder. Diese ist nicht zwingend koital ausgeprägt; Pädophile können bereits durch Situationen erregt und befriedigt werden, in denen kein Körperkontakt zu einem Kind besteht. Bei Situationen mit Körperkontakt kann bereits das Berühren des Kindes allein als erregend empfunden werden, ohne dass diese Berührungen im Genitalbereich stattfinden müssen. Der Wunsch nach dem Vollzug des Koitus mit dem Kind scheint bei Pädophilen seltener anzutreffen zu sein.[27]

Neben dem sexuellen Interesse ist bei Pädophilen ein Bedürfnis nach emotionaler Nähe zu Kindern festzustellen. Viele Pädophile verlieben sich in Kinder[31] und wünschen sich echte wechselseitige Liebesbeziehungen zu Kindern.[30] Manche Pädophile empfinden ihr Leben als unvollständig und emotional destabilisierend, wenn ihr Wunsch nach emotionaler Nähe keine Erfüllung findet. Überproportional viele Pädophile arbeiten in entsprechenden Berufen, z. B. als Erzieher oder in der Jugendbetreuung, um Umgang mit Kindern zu haben.[34] Es wird ferner vermutet, dass manche der primär pädophil orientierten Männer alleinstehende Frauen mit vorpubertären Kindern heiraten, um ihr Bedürfnis nach Nähe zu befriedigen.

Therapeutischer Aspekt bei Pädophilen

Das primäre Ziel einer Therapie besteht deshalb meist darin, sexuelle Handlungen an Kindern zu verhindern.[30] In Einzel- und Gruppentherapien sollen die Patienten lernen, ihre Impulse zu kontrollieren und Verhaltensmuster, die den sexuellen Missbrauch begünstigen, zu vermeiden. Weitere Ziele können die Aufdeckung von Wahrnehmungs- und Interpretationsfehlern des Verhaltens von Kindern sowie die Stärkung der Empathiefähigkeit sein.[39]

der Chat

Es gibt eine Vielzahl von Chaträumen für Kinder, welche moderiert werden und in denen man Hilfestellung und Tipps im Umgang mit dem Chat bekommt. Bekannt sind unter anderem Knuddels.de, blinde-kuh und cyperzwerge. Für Eltern die Ihrer Aufsichtspflicht nachkommen wollen, gibt es für den PC das Programm Parents-friend. Dies lässt sich spielend leicht installieren und man kann alle Prozesse am Rechner überwachen, freischalten und sperren, sowie die Chat oder Spielzeit einstellen. Man kann den Internetzugang überwachen und terminieren und auch den Rechner nach Wunschzeit wieder herunterfahren. Über einen Kalender kann jeder Tag individuell eingestellt werden.

Ziel, Antrieb und Meinung :

Das Ziel von „Tatort Internet“ ist eine Gesetzesänderung, damit nicht nur der tatsächliche Kindesmissbrauch sondern auch die unsittliche Annäherung über das Internet, das sogenannte Cyber-Grooming, unter Strafe gestellt werden kann. Eine Absicht, die auch Minister-Gattin Stephanie zu Guttenberg mit dem von ihr unterstützten Verein „Innocence in Danger“ verfolgt. ( quelle: http://www.dwdl.de/story/28226/ab_heute_zu_guttenberg_jagt_kinderschnder_bei_rtl_ii/ )

Wenn ich also mit solchen Zielen eine Dokumentation mache, bin ich dann noch objektiv und sachliche Genug um die Wirklichkeit darstellen zu wollen, oder schaffe ich künstliche, nicht Normative Situationen um Menschen in ein Licht zu rücken wie sie in ihrer Gesamtheit gar nicht sind.  Wenn solcherlei Ziel schon feststeht, kann auf dem Weg dorthin nichts mehr redlich sein und das zeigt diese Sendung auch. Schändlich und traurig ist es für Opfer und Täter, die sich dort nicht wiederfinden. Keinem der Beiden nütz die überzeichnete Darstellung. Keinem der Beiden nütz die Gesetzesänderung.

RTL2:

Gerade solche Sender mit ihren typischen Formaten sind das Gift für unsere Kinder, Familien und die Gesellschaft.

Sender die uns tagtäglich und immer wieder neu das Abbild unserer Gesellschaft als nur völlig Asozial wiedergeben, sind kein Forum und kein Hort für gutgemeinte aufklärerische Sendungen. Ob Big Brother, Kochprofis, Extrem schön, Frauentausch oder Ärger im Revier, hier findet alles Platz, was sich am Rand der Gesellschaft aufhält. Aber auch die Nachbarsender RTL, SAT1 oder Pro7  bis hin zu 9Live nehmen sich da nichts.

Wenn es also um den Schutz von Kindern und Jugendlichen geht, dann ist es kaum verständlich das die Landesmedienanstalten seit Mitte 2009 das Mindestalter von Gewinnspielen im Fernsehen, also bei so genannten „Call in“ Spielen, von 18 auf 14 Jahre festgelegt hat. Wer mehr über Hintergründe im Fernsehen erfahren möchte, dem empfehle ich www.Fernsehkritik.tv . Sehr interessant ist dabei aktuell die Folge 53 mit Oliver Kalkofe als Gast.

Warum wird nicht von den Eltern der Kinder gesprochen? Wo sind diese? Woran können sie erkennen dass ihr Kind möglicherweise mit einem Pädophilen spricht? Wie können sie vorsorgen? Was sind die Ursachen warum Kinder sich auf fremde Ältere Menschen mit eindeutigen Absichten einlassen?

Warum sich eine Julia von Weiler, Beate Krafft-Schöning und Stephanie zu Gutenberg nun diesen Sender mit diesem Format herausgesucht haben, kann ich schon verstehen. Ihnen geht es meines Erachtens nicht um Kinder und Moral, sondern um ihre Aktuellen Buchverkäufe. Ich sag nur Sarrazin hat es vorgemacht wie es geht.

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7 Kommentare zu Tatort Politik, C-Promis, Buchverkäufer und Schmuddelfernsehen

  1. Antje Steffan sagt:

    Also ich hab die Sendung auch gesehen und kann in dem ersten Fall, welcher oben ausführlich beschrieben ist, absolut kein armes Opfer erkennen.
    Es werden am Ende, als der „Täter“ konfrontiert wird Fotos eingeblendet, welche sein Glied zeigen. Diese hat er dem „Opfer“ zugeschickt. Auch im Chat selber wird sehr ausführlich beschrieben, wie deutlich er seine Absichten gemacht hat und wie bereitwillig sie ihm geantwortet haben muss.
    Ich würde mich da aber eher sehr fragen: Was für ein Kind muss das sein, bzw. was für Probleme muss dieses Kind schon haben, um so eine Person zu sich nach Hause einzuladen und auch noch zu sagen, dass es sich auf den Besuch freut.
    Er hat nicht versucht das Mädchen zu überfallen oder hereinzulegen, sondern er hat sich extra davon überzeugt, dass sie genau weiß, worauf er aus ist.
    Natürlich finde ich das nicht schön, aber wirklich kriminell fände ich es, wenn der Mann ein kleines Mädchen verarschen würde, um an sie heranzukommen, um sie dann zu „überfallen“.
    Ein normales Mädchen hätte sich gar nicht soweit darauf eingelassen.
    Es würde mir als Mutter aber mal zu denken geben, wenn ich meiner 13-jährigen Tochter noch nicht beibringen konnte, dass ein Mann, der mit ihr über Intimsachen chattet und ihr Fotos von seinem Penis schickt nicht nur zum Kuscheln vorbeikommt…

    Das Problem ist völlig falsch angepackt und ist wieder nur als Verkaufsschlager und zur öffentlichen Bloßstellung gewisser Randgruppen gedacht und womöglich auch, damit die Leute was zum Empören haben, damit sie sich ja nicht mit wirklich wichtigen Dingen beschäftigen, die in unserer Politik so falsch laufen.

  2. Jürgen Struwe sagt:

    Es geht hier schon um Moral lieber Blogger. Nämlich die überzogene Moral
    wo nach eben Kinder und Jugendliche vor jeglichem Sex geschützt werden sollen.
    Sowie dies ja seit 2008 im neuen Jugendschutzgesetz angestrebt wird.
    Ja und da hilft diese Sendung, diese Sache auch noch voran zu treiben.

    Ja und in Sachen Datenschutz, was geht da wohl alles ab. Wenn man nämlich
    auf den pocht, wird man immer und das mit steigender Hysterie, doch darauf
    hingewiesen, das man dadurch Kinderschänder und erst an 10ter Stelle Terroristen
    (Islamische natürlich) schützen würde, würde man nicht den Datenschutz
    für irgend welche Polizisten aufheben. Sowie diesen auch den Geheimen Zugriff
    zu meinem PC erlauben. Wo sie dann die nötigen Beweise leichter hinter legen
    können. Was in der heutigen Technik des Internetes manch mal ein Kinderspiel
    noch ist.
    Wie gesagt es geht hier nicht um den Schutz der Kinder, sondern darum uns
    in Panik zu versetzen und Hysterisch zu machen, so das wir vor Angst bibbern
    und sofort alle Menschenrechte am besten aufgeben und einer neuen Stasi mehr
    oder weniger dann zustimmen.

  3. borgdrone sagt:

    Guten Tag Jürgen

    Im Artikel hatte ich schon darauf hingewiesen, was schon vor der Entstehung der Reportage das Ziel dieser „Macher“ ist.

    Das Ziel von “Tatort Internet” ist eine Gesetzesänderung, damit nicht nur der tatsächliche Kindesmissbrauch sondern auch die unsittliche Annäherung über das Internet, das sogenannte Cyber-Grooming, unter Strafe gestellt werden kann.

    Wo führt das letzten Endes hin und wem ist damit geholfen?
    So sieht es aus, wenn Gesetze und Regeln Sensibilisieren : http://edition.cnn.com/2010/LIVING/09/21/tf.parents.kiss.children/?hpt=Sbin

    Wenn diese Sendung aufzeigen würde wie Kinder überhaupt dazu kommen im Chat mit Älteren im Gespräch diese Richtung zu gehen, dann wäre dies hilfreich.
    Was sind die Ursachen des Kindes? Dieses schaltet den Rechner ein, wählt den Chat und das Thema. Kindern wird mit diesem Format das Denken abgesprochen.
    Die Prävention und die Ursachen des Verhalten des Kindes werden nicht angesprochen. Es wird nur aufgezeigt wie man Pädophile anlockt. Was ist für Wen da hilfreich. Für die Pädophilen die wirklich kriminelle Absichten haben, führt diese Sendung nur dazu dass sie sich nun vorsichtiger bewegen.
    Und das hilft erst recht keinem, da man diese nun noch weniger erkennt.

    Des Weiteren verstehe ich nicht deine anfängliche Aussage und den Zusammenhang des letzten Absatzes.

    Wenn wir unseren Kindern helfen wollen, dann gibt es viele andere Baustellen, die dafür sorgen würden das wir gesunde, gebildete und selbstbewusste Menschen ins Leben schicken können.

  4. Pingback: Wenn Mozart warten muss - Tatort Internet, Mozart, Artikel, Preis, Hotline, Leute - Data Travelers-Blog

  5. Manu sagt:

    Interessanter Blogeintrag, Weiter so!

  6. Pingback: Denn sie wissen nicht, was sie tun | waschtrommler

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